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riedrich I., auch bekannt als Friedrich "Rotbart" Barbarossa ist eine
überaus bedeutende historische Persönlichkeit, über die man leider viel zu wenig weiß. Und wie so oft geht mit dieser Tatsache einher, dass
sich darob viele Legenden um diesen großen Herrscher ranken, deren Existenz eine gewisse Spannung aufbauen und Neugierde wecken. Nicht immer sind Geschichte und Geschichten so interessant.
s soll uns hier einmal nicht vorrangig um die unstrittigen Erfolge des
Kaisers gehen, sondern wir wollen uns zunächst ein Bild von ihm machen. Durchaus wörtlich gemeint, hören wir uns einmal an, wie seine
Zeitgenossen der Lodeser Histograph Acerbus Morena und der Sekretär des Babenberger Bischoffs Otto von Freising Rahewin sein Äußeres beschreiben:
"Der Kaiser entstammte einem sehr vornehmen Geschlecht; er war mittelgroß, von
schöner Gestalt und besaß wohlgestaltete Glieder; sein helles Angesicht war von rötlicher Farbe, sein Haar fast blond und gekräuselt; sein Antlitz war heiter, und
immer schien er lächeln zu wollen; seine Zähne waren weiß, seine Hände sehr schön, sein Mund anmutig."
"Seine leibliche Gestalt ist wohl gebaut, von Statur ist er kleiner als die Größten
und größer als die Mittelgroßen, sein Haar ist blond und oben an der Stirn etwas gekräuselt, die Ohren werden kaum durch
darüber fallende Haare verdeckt, da der Barbier aus Rücksicht auf die Würde des Reichs das Haupthaar und den Backenbart
durch dauerndes Nachschneiden kürzt. Seine Augen sind scharf und durchdringend, die Nase ist schön, der Bart rötlich, die
Lippen sind schmal und heiter. Die in schöner Ordnung stehende Reihe der Zähne zeigt schneeige Weiße. An der Kehle und am
nicht fetten, aber ziemlich kräftigen Hals ist die Haut milchigweiß und manchmal von jugendlicher Röte übergossen; diese
Färbung aber ruft meist nicht der Zorn hervor, sondern das Schamgefühl. Die Schenkel ruhen auf starken Waden, sind
ansehnlich und durchaus männlich. Sein Gang ist fest und gleichmäßig, seine Stimme hell und die ganze Körperhaltung
männlich. Durch diese Leibesgestalt gewinnt er sowohl im Stehen wie im Sitzen höchste Würde und Autorität. Seine Gesundheit ist gut, nur mitunter durch eintägiges Fieber getrübt."
och von besonderem Interesse ist natürlich der Charakter, das Naturell des legendären Barbarossas. Hiervon künden
uns die genannten Gelehrten, auch wenn es ab und an den Anschien haben mag, dass diese sich teilweise an antiken und karolingerzeitlichen Vorlagen orientierten:
"Er war ... äußerst kriegerisch, zögernd im Zorn, kühn und unerschrocken, geschwind und beredt; freigiebig, aber nicht
verschwenderisch, behutsam und vorausschauend im Rat, von schneller Auffassungsgabe und sehr weise; gegenüber Freunden
und Guten liebenswürdig und gütig, schrecklich gegenüber Bösen und unerbittlich; er verehrte die Gerechtigkeit und liebte die
Gesetze, fürchtete Gott und war bereit zu Almosen; vom Glück äußerst begünstigt, von fast allen geliebt, und in ihm irrte die
Natur der Dinge nicht von ihrem Wesen ab, außer dass sie ihn sterblich geschaffen hatte, und seit weit zurückliegenden Zeiten war ihm kein Kaiser zu vergleichen."
"Der göttliche Kaiser Friedrich zeichnet sich, wie ein Schriftsteller von Theoderich sagt, durch seinen Charakter wie durch sein
Äußeres aus, dass er wert ist, auch von denen gekannt zu werden, die ihn nur selten im vertrauten Umgang zu sehen
bekommen; ... Sein Charakter ist derart; dass dessen Lob nichts, nicht einmal der Neid auf seine Herrscherstellung
beeinträchtigen kann. ... Er liebt Kriege, aber nur, um dadurch den Frieden zu gewinnen, er ist persönlich tapfer, im Rat
außerordentlich überlegen, Bittenden gegenüber nachgiebig und mild gegen die zu Gnaden Angenommenen."
ahewin gibt uns des Weiteren darüber hinaus deutliche Hinweise über den Tagesablauf Barbarossas, indem er zwar
wieder in recht einseitiger Verherrlichung, aber doch detailreichen, lebensnahen Schilderungen ein plastisches Bild des staufischen Monarchen vermitteln kann:
"Über seine alltägliche Tätigkeit außerhalb des Hauses ist folgendes zu sagen: er besucht entweder allein oder mit ganz
geringem Gefolge in aller Frühe das gemeinsame Gebet in den Basiliken oder seiner Priester ... Dem Gottesdienst erweist er so
große Verehrung, dass er jede Stunde, da man vor Gott selbst betet, durch angemessenes Schweigen ehrt und dass
währenddessen niemand wagt, ihn mit irgendeinem Geschäft zu behelligen. Wenn er nach Beendigung der Andacht und der
Masse mit den göttlichen Reliquien gesegnet worden ist, widmet er den übrigen Morgen den Regierungsgeschäften. Wenn er die
Jagd ausübt, steht er keinem darin nach, Rosse, Hunde, Falken und ähnliche Vögel abzurichten, zu prüfen und anzuwenden.
Auf der Pirsch spannt er selbst den Bogen, ... Bestimme, was er treffen soll: was du bestimmst, trifft er. Beim Gastmahl
herrscht folgender Brauch: königliche Fülle, doch so, dass sich weder die Mäßigkeit über Völlerei noch der Hunger über
Knausrigkeit beklagen kann. Beim Spielen legt er den königlichen Ernst ein wenig ab, und sein Temperament ist so, dass seine
Herablassung nicht bedrohlich, seine Strenge nicht blutgierig ist. Seinen Hausgenossen droht er nicht, wenn er sie anredet,
noch verachtet er ihren Rat, noch zeigt er sich bei der Aufspürung von Verbrechen verfolgungssüchtig. Die Schriften und die
Taten der alten Könige durchforscht er eifrig. Almosen im Dienst der Armen verteilt er meist eigenhändig, ein Zehntel seiner
Einnahmen spendet er gläubig Kirchen und Klöstern. In seiner Muttersprache ist er sehr redegewandt, Lateinisch aber kann er
besser verstehen als sprechen. Er kleidet sich nach heimischer Weise, nicht verschwenderisch oder herausfordernd, aber auch
nicht gewöhnlich, ... Obwohl er in der Erweiterung des Reiches und der Unterwerfung von Völkern so Großes leistet und sich
ständig den erwähnten Beschäftigungen widmet, hat er doch an verschiedenen Orten zahlreiche zur Verschönerung und zum
Vorteil des Reiches dienende Bauten begonnen, einige auch vollendet und den größten Teil seiner Fürsorge der Betätigung seiner Frömmigkeit gewidmet."
olcherart staufischer Hofhistoriographie steht gegenüber, dass Friedrich der I. im Laufe seiner Regierungszeit
durchaus Entscheidungen getroffen hat, denen strenge, teilweise grausame Ziele zugrunde lagen. So kennzeichnet
etwa das überaus harte Vorgehen gegen die aufständischen Reichsuntertanen in den italienischen Städtekämpfen
Barbarossa klar als Mann seiner Zeit und als Herrscher, der gezwungen war, mit der gleichen Rigorosität wie seine Widersacher aufzutreten.
ie jedoch geriet der Spross der in ihrer Bedeutsamkeit noch sehr jungen Stauferfamilie und erklärte Welfenfreund
Friedrich zuerst zum Königsthron und dann zur Kaiserwürde?
riedrich der I. (1123-1190) war Römischer König und Kaiser (1152 bzw. 1155
-1190), und als Friedrich III. Herzog von Schwaben (1147-1152). Friedrich wurde wahrscheinlich in Waiblingen als Sohn des staufischen Herzogs Friedrich II. von
Schwaben und der Welfin Judith geboren. Sein Onkel, König Konrad III., gab Friedrich den Vorzug vor dem eigenen, noch minderjährigen Sohn und designierte ihn zum
Nachfolger. Nach Konrads Tod 1152 wählten die Fürsten einstimmig Friedrich zum König. Friedrich sah das König- bzw. Kaisertum als unmittelbare Gabe Gottes an sowie als
Verpflichtung, Macht und Ansehen des Reiches wieder herzustellen und die Stellung des Kaisers im Reich zu festigen. Friedrich gelang es, die von den Fürsten auf Grund seiner
staufisch-welfischen Herkunft in ihn gesetzten Hoffnungen auf eine Beendigung des Konflikts zwischen Staufern und Welfen, der seit der Königswahl Lothars II. 1125 andauerte, zu erfüllen:
och im Jahr seiner Wahl verkündete er auf dem Würzburger Reichstag einen
Landfrieden und erreichte einen ersten Ausgleich zwischen dem Welfen Heinrich dem Löwen, dem Herzog von Sachsen, und dem Markgrafen von
Brandenburg, Albrecht dem Bär. 1154 legte er den staufisch-welfischen Konflikt vorläufig bei, indem er Heinrich dem Löwen zusätzlich zum Herzogtum Sachsen noch das
Herzogtum Bayern verlieh. Die daraus entstandene welfisch-babenbergischen Auseinandersetzung um Bayern löste er 1156 durch das Privilegium minus, in dem die
Babenberger auf ihre Ansprüche auf Bayern verzichteten; im Gegenzug wurde ihre Markgrafschaft Österreich zum Herzogtum erhoben und mit Privilegien ausgestattet.
Zweites wichtiges Ziel Friedrichs neben der Wiederherstellung des Friedens und der Stärkung der Königsmacht in Deutschland
war die Durchsetzung des Kaisertums in Reichsitalien. 1153 einigte er sich mit Papst Eugen III. im Konstanzer Vertrag auf eine
gemeinsame Politik gegen Byzantiner und Normannen in Italien. 1154 unternahm Friedrich seinen ersten Italienzug, und 1155
krönte ihn Eugens Nachfolger, Papst Hadrian IV., zum Kaiser. Wenig später kam es zum Bruch mit dem Papsttum: Papst
Hadrian gab dem Kaiser zu verstehen, dass das Reich ein Lehen der römischen Kirche sei; auf dem Reichstag zu Besançon
1157 aber weigerte sich Friedrich, das Reich als päpstliches Lehen anzuerkennen, und verteidigte die Gleichrangigkeit von
Kaiser und Papst. Als Manifestation dieser Gleichrangigkeit tauchte jetzt auch erstmals der Begriff Sacrum Imperium, „Heiliges
Reich“, auf. Der Papst suchte daraufhin Unterstützung bei den Normannen.
1158 zog sich Friedrich auch noch die Gegnerschaft der lombardischen Städte zu, als er mit Hilfe der Ronkalischen Beschlüsse
, die angeblich auf alte kaiserliche Rechte zurückgriffen, die Reichshoheit in Italien wieder herstellen wollte: Die Städte sollten all
seine kaiserlichen Rechte anerkennen, einschließlich des Rechtes auf Ernennung der kaiserlichen Amtsträger, der Podestas.
Gegen diese Beschneidung ihrer Autonomie setzten sich Städte wie Mailand, Piacenza, Brescia und Cremona zur Wehr;
unterstützt wurden sie vom Papsttum. Zwischen 1158 und 1168 unternahm Friedrich drei Italienzüge (1158, 1163, 1166-1168),
nicht nur gegen die lombardischen Städte, sondern auch, um das Schisma zwischen Papst Alexander III., einem Gegner
Friedrichs, und verschiedenen von Friedrich eingesetzten Gegenpäpsten zu beenden. 1158 eroberte Friedrich Mailand, unterwarf
die Stadt und ihre Verbündeten, ließ die Stadt 1162 nach einem Aufstand völlig zerstören und setzte seine kaiserliche
Oberhoheit durch. 1166/67 eroberte Friedrich ganz Norditalien und Rom; aber eine plötzlich in seinem Heer ausbrechende
Malariaseuche zwang ihn unter großen Verlusten zum überstürzten Rückzug, noch bevor er seine Oberhoheit in Italien vollständig wieder hatte herstellen können.
Auf Grund von Friedrichs Rückschlag schlossen sich 1167 die oberitalienischen Städte Mailand, Parma, Padua, Verona,
Piacenza, Bologna, Cremona, Mantua, Bergamo und Brescia zum Lombardenbund zusammen; der Bund nahm Partei für Papst
Alexander und gegen Friedrich I. und die Ronkalischen Beschlüsse. In den folgenden Jahren baute der Bund seine militärische
Stärke aus, hob Mailand wieder aus den Ruinen, errichtete die Festungsstadt Alexandria und gab sich ein föderalistisches
Verwaltungssystem. Friedrichs nächster Zug nach Italien (1174-1176) begann mit Erfolgen und endete mit der Niederlage bei
Legnano gegen den Lombardenbund. Das Aufeinandertreffen der beiden Heere, des kaiserlichen und des lombardischen, war in
militärhistorischer Hinsicht bedeutsam, da zum ersten Mal in einer großen Schlacht Fußtruppen über ein Ritterheer
triumphierten. Zwar nicht entscheidend geschlagen, war Friedrich jetzt aber doch zu Verhandlungen bereit und schloss 1177 mit
Papst Alexander III. in Venedig einen Sonderfrieden. 1183 kam es schließlich im Frieden von Konstanz auch zu einer Einigung
mit dem Lombardenbund: Friedrich musste die Ronkalischen Beschlüsse zurücknehmen, die Städte verblieben jedoch formell im Lehensverband des Reiches.
In Italien war Friedrichs Kaisertum seit Legnano entscheidend geschwächt; im Norden dagegen hatte Friedrich seine Macht
konsolidieren können: Er brachte Polen unter die Lehenshoheit des Reiches und erhob Böhmen zu einem Königreich. Er baute
zielstrebig die staufische Hausmacht aus und suchte die Königsmacht u. a. durch Städtegründungen zu festigen; in der
Verwaltung stützte er sich in erster Linie auf die Ministerialen. Außerdem ließ er sich 1178 zum König von Burgund krönen,
nachdem er bereits 1156 Beatrix, die Erbin der Pfalzgrafschaft Burgund, geheiratet hatte. 1178 bis 1181 enthob er Heinrich den
Löwen, der ihm zu mächtig geworden war, ihm außerdem auf dem Italienzug von 1176 die Unterstützung verweigert und damit
zu seiner Niederlage von Legnano beigetragen hatte, in zwei lehnsrechtlichen Prozessen all seiner Lehen und beschränkte ihn auf sein braunschweigisches Hausgut.
1184 ließ Friedrich seinen Sohn als Heinrich VI. zum König wählen, machte ihn zum Mitregenten und verheiratete ihn mit
Konstanze, der Erbin von Sizilien. 1189 brach Friedrich zum Kreuzzug nach Kleinasien auf. Nach zwei großen Siegen über die
Muslime bei Philomelion (heute Aksehir) und Ikonion (heute Konya) ertrank Friedrich am 10. Juni 1190 beim Baden im Fluss
Saleph (heute Göksu in der Türkei). Friedrich I. war neben Karl dem Großen der volkstümlichste Kaiser des deutschen
Mittelalters; bereits seine Zeitgenossen sahen in ihm den Erneuerer des Reiches und die Verkörperung der ritterlichen Ideale.
Die Kyffhäusersage – die Sage um den in den Berg entrückten Kaiser, der eines Tage wieder aufwachen und die alte
Kaiserherrlichkeit wieder herstellen wird – war ursprünglich um Kaiser Friedrich II. entstanden und wurde zu Beginn des 16.
Jahrhunderts im Volksbuch von Friedrich Barbarossa auf Friedrich I. übertragen.
einrich der Löwe (um 1129 bis 1195), Herzog von Sachsen (1142-1180) und von Bayern (1156-1180), wurde zum
Gegner des staufischen Kaisers Friedrich Barbarossa. Heinrich wurde als einziger Sohn des Welfen Herzog Heinrichs
des Stolzen von Bayern und Sachsen vermutlich in Ravensburg geboren. 1139 waren Heinrich dem Stolzen seine beiden Herzogtümer aberkannt worden. 1142 wurde Heinrich der
Löwe wieder in das Herzogtum Sachsen eingesetzt,
blieb aber trotzdem in Opposition zum Königtum und konzentrierte sich zunächst auf den Ausbau seiner Hausmacht in Sachsen. 1147 forderte er vor dem Reichstag
zu Frankfurt auch das Herzogtum Bayern zurück. Es wurde ihm verwehrt, woraufhin Heinrich erfolglos den Kampf gegen Kaiser Konrad III. aufnahm. Nach Konrads Tod
1152 belehnte dessen Nachfolger Friedrich Barbarossa 1154 Heinrich den Löwen, seinen Vetter, auch mit dem Herzogtum Bayern (allerdings ohne Österreich, das
im Privilegium minus als eigenes Herzogtum für den Babenberger Heinrich II. Jasomirgott ausgegliedert worden war) und leitete so den staufisch-welfischen
Ausgleich ein. Zwischen 1157 und 1159 unterstützte Heinrich den Kaiser auf dessen Feldzügen in Polen und Italien; ansonsten kümmerte er sich primär um
Ausbau und Stärkung der welfischen Hausmacht, und zwar vor allem in Sachsen: 1158 gründete er Lübeck; durch diese Stadtgründung sowie durch Verträge mit
Schweden, Gotland und Nowgorod förderte er den deutschen Ostseehandel entscheidend. Er baute Braunschweig zu seiner Residenz aus, unterwarf die
slawischen Abodriten östlich der Elbe, eroberte Rügen und siedelte in den eroberten Gebieten planmäßig Deutsche an. In Bayern gründete er 1158 den Markt München.
Mit seiner expansiven Territorialpolitik, vor allem im Norden, schuf sich Heinrich zahlreiche Feinde unter den Reichsfürsten; mit
kaiserlicher Hilfe konnte er sich jedoch 1168 gegen die Fürstenopposition durchsetzen. Ebenfalls 1168 heiratete er Mathilde, die
Tochter König Heinrichs II. von England. 1172/73 unternahm er einen Kreuzzug nach Jerusalem. Auf dem Höhepunkt seiner
Macht verweigerte Heinrich dem Kaiser bei dessen Italienzug gegen den Lombardenbund 1176 die notwendige Unterstützung.
Zurück aus Italien nahm Friedrich Barbarossa in Heinrichs Auseinandersetzungen mit seinen Gegnern Partei gegen den Herzog;
er lud ihn mehrmals nach Landrecht vor Gericht und verhängte 1179, nachdem Heinrich den Vorladungen nicht Folge geleistet
hatte, die Reichsacht über den Herzog; 1180 entzog er ihm nach einem lehnsrechtlichen Verfahren die beiden Herzogtümer und
eröffnete den Reichskrieg gegen den abgesetzten Herzog. Die beiden eingezogenen Herzogtümer vergab Friedrich neu: Bayern
an Otto von Wittelsbach, das östliche Sachsen an die Askanier und das westliche als Herzogtum Westfalen an den Erzbischof
von Köln. 1181 gab sich Heinrich geschlagen und ging nach England in die Verbannung. 1189 kehrte Heinrich nach Deutschland
zurück und nahm ohne Erfolg den Kampf um den welfischen Besitz wieder auf. 1194 schloss er mit Friedrichs Nachfolger
Heinrich VI. Frieden. Heinrich starb am 6. August 1195 in Braunschweig.
iele Legenden ranken sich um den Kaiser Barbarossa. Sein ungleich langer Bart diente als Vorbild für die
"Roten Spitzen" des Bergklosters in Altenburg. Irgendwo im Gemäuer des Klosters sei der goldene Panzer des
Kaisers vergraben. Dies sind zwei Altenburger Sagen um den legendenumwobenen Kaiser mit dem roten Bart.
Vermutlich 1122 wird Friedrich I. Barbarossa als Sohn des 2. Herzogs von Schwaben, Friedrich II., mit dem Beinamen "Einaug",
und dessen Gemahlin Judith von Bayern, geboren. Über die Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Bereits als junger Mann
nahm er an Kreuzzügen seines Onkels König Konrad III. teil. Drei Wochen nach dem Tod König Konrads III. wurde Barbarossa
zum deutschen König gekrönt. Mit ihm besteigt nach Konrad III. der zweite Herrscher aus dem Hause Hohenstaufen den
deutschen Königsthron. Am 18. 06. 1155 wird der deutsche König Friedrich I. Barbarossa von Papst Hadrian IV. zum Kaiser gekrönt.
Im Jahre 1165 ist ehemals der Aufenthalt Friedrichs I. Barbarossa in Altenburg auf der hiesigen Kaiserpfalz belegbar. Am 26. 02.
1165 urkundet der Kaiser in der Altenburger Pfalz. Der Aufenthalt kann nicht von langer Dauer gewesen sein, denn bereits am 18
. März 1165 ist seine Anwesenheit in Zeitz bezeugt. Der zweite Aufenthalt Kaiser Friedrichs I. Barbarossa fällt auf den 21. 07. 1172.
Das politische Fiasko in Italien in dieser Zeit veranlasst den Kaiser, seine Machtposition im Reich durch den Ausbau eigener
Besitzungen und die Sicherheit des Reichsgutes zu festigen. Das Reichsgut Pleißenland mit dem Zentrum Burg und Pfalz
Altenburg wird somit Bestandteil wichtiger Reichspolitik. Barbarossa wendet sich in verstärktem Maße der Entwicklung von
Städten zu und fördert damit den Übergang von der Natural- zur Geldwirtschaft. Die Altenburger Aufenthalte von 1165 und 1172
sind unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten, wobei der letztere Besuch mit Sicherheit in jene Phase fällt, in der aus dem
Marktflecken um den Brühl herum die planmäßig erweiterte Reichsstadt Altenburg entsteht.
Im Sommer 1178 wird Barbarossa zum König von Burgund gekrönt. Im Oktober 1178 trifft Barbarossa wieder in Deutschland ein.
Über vier Jahre bestimmten Auseinandersetzungen mit Heinrich dem Löwen die politische Entwicklung im Land. Dazu parallel
verlaufen Anstrengungen, den kaiserlichen Besitz und damit seine Machtposition zu festigen und auszubauen. Um 1180
erstreckt sich das unmittelbare kaiserliche Einflussgebiet vom Elsaß und dem Bereich um den Bodensee bis nach Nordböhmen
, dem Pleißenland und Thüringen. Besonders auffällig ist, dass Altenburg gerade in dieser Zeit besonders häufig, gemessen an
bisherigen Aufenthalten, von Friedrich I. Barbarossa besucht wird. 1180 lässt sich durch Urkunden ein Aufenthalt von über einem
Monat belegen. Im November 1181 dient die Altenburger Pfalz, im Zusammenhang mit dem Reichstag in Erfurt, dem Kaiser
abermals als Aufenthaltsort. Am 25.01.1183 urkundet der fünfte Besuch des Kaisers in Altenburg, vier Tage später in Pegau.
Barbarossa weilte am 29. 09. 1188 auf der Altenburger Pfalz. Vier Jahre später wird der heutige Markt der Stadt erstmalig als
"novum forum" erwähnt. Ein direkter Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der kaiserlichen Aufenthalte und der raschen Stadtentwicklung ist deutlich erkennbar.
Während seiner Bestrebungen, im Landesinnern Ordnung zu schaffen, besucht der Kaiser am 15.05.1189 das letzte Mal die
Altenburger Pfalz. Die intensive Förderung des Stadtentstehungs-Prozesses in Altenburg verrät die wirtschaftliche und politische
Weitsicht Barbarossas. Die "Roten Spitzen", die Anlage des neuen Marktes, die Ausformung einer Bürgergemeinde und
letztendlich die Schaffung einer Stadtverfassung zeugen vom Einfluss des staufischen Kaisers - einer der herausragenden
Herrscherpersönlichkeiten der deutschen Geschichte - auf die Stadt Altenburg.
Die Entwicklung Kaiserslauterns zur Stadt wurde durch den Staufer Friedrich I. entscheidend gefördert.
Zur Barbarossa-Sage ... ...berichte ich hier, außerdem erfahren Sie viel zur Geschichte und über das Umfeld von Kaiser Barbarossa und dem Kyffhäuser.
Der alte Kaiser Friedrich I. Barbarossa ist durch einen geheimnisvollen Zauber in ein unterirdisches Schloß des
Kyffhäuserberges versetzt worden. Dort sitzt er schlafend auf einem Stuhl von Elfenbein an einem großen, runden Tisch aus
Marmorstein, den Kopf in die Hände gestützt. Sein roter Bart leuchtet wie Feuersglut und ist durch den Tisch hindurch bis auf die Füße, ja sogar fast um den ganzen Tisch gewachsen.
Alle hundert Jahre erwacht der Kaiser aus seinem tiefen Schlaf, bewegt sein Haupt und blinzelt mit den Augen. So winkt er dem
treuen Zwerg Alberich zu, bittet ihn hinaufzugehen und nachzuschauen, ob die Raben noch um den Berg fliegen und krächzen.
Ist dies der Fall, wird der Kaiser traurig und murmelt in seinen Bart, daß er noch hundert Jahre würde warten müssen, um zur
Welt zurückzukehren, um Frieden und Einheit zu stiften. So schließt er seufzend die Augen und schläft abermals hundert Jahre.
Erst wenn der Bart ganz um den runden Marmortisch gewachsen ist, wird das Warten ein Ende haben, wird sich ein stolzer
Adler in die Lüfte emporschwingen und die Raben vertreiben. Dann erwacht der Kaiser mit seinen gleichfalls verzauberten
Getreuen, steigt zur Welt in seine Kaiserpfalz hinauf und wird allenthalben Ordnung schaffen.
Vor 100 Jahren charakterisierten die Geschichtsschreiber Barbarossa wie folgt:
Er war ein Mann von mittlerer Größe und wohlgebaut, mit blondem Haar, weißer Haut und rotem Bart.
Er war ein edler, tapferer, freigiebiger, im Glück und Unglück gleich standhafter Fürst, fest auf dem verharrend, was er für sein Recht und seine Pflicht hielt.
Friedrich besaß ein bewundernswertes Gedächtnis und für seine Zeit ungewöhnliche Kenntnisse. Er schützte die Gelehrten, besonders die Geschichtsschreiber.
Die wahre Geschichte...
Kaiser Friedrich I. stammt aus der Familie der Staufer (oder Hohenstaufer) und war einer der mächtigsten und einflußreichsten
Herrscher im damaligen deutschen Reich, dem Heiligen römischen Reich deutscher Nation.
Hohenstaufen ist der Name eines deutschen Adelsgeschlechtes, das von 1138 bis 1254 den deutschen Kaiserthron besaß. Der
Name leitet sich von dem 682 m hohen Berg Hohenstaufen im würtembergischen Donaukreis, nahe Göppingen ab. Auf diesem
Berg erbaute Friedrich von Büren, der erste beglaubigte Ahnherr dieses Geschlechts, eine Burg, die (spätere) Stammburg des Kaiserhauses der Hohenstaufen.
Machen Sie sich bekannt mit dem Geschlecht der Hohenstaufen und werfen Sie einen Blick in die Ahnengalerie: 1. Friedrich von Büren
2. Sohn Friedrich I. - Herzog von Schwaben
3. Sohn Friedrich II. - Herzog von Schwaben (genannt: Der Einäugige) Sohn Konrad III. - Herzog von Franken 1138 Krönung zum König
4. Sohn Friedrich III., der als
Friedrich I. Barbarossa (1122 - 1190) in die Geschichte einging. zweiter König und erster Kaiser aus dem Hause der Hohenstaufen
1152 Krönung zum König (nach dem Tod seines Onkels Konrad III. 1155 Krönung zum Kaiser in Rom
5. Sohn Heinrich VI (1165 - 1197) 1169 Krönung zum deutschen König
1186 Krönung zum römischen König 1191 Krönung zum Kaiser
6. Sohn Friedrich II. (1194 - 1250) 1196 Krönung zum deutschen König 1198 Krönung zum König von Sizilien
1220 Krönung zum Kaiser
Die politisch-wirtschaftliche Situation des 11. bis 13. Jahrhundert im damaligen römisch - deutschen Reich war gekennzeichnet
durch die Kämpfe zwischen der Zentralgewalt (König bzw. Kaiser) und den Partikulargewalten (Fürsten und Papst).
Der Papst war das Oberhaupt der christlichen Kirche und residierte in Rom. Um ihn herum erstreckte sich sein weltliches
Herrschaftsgebiet, der Kirchenstaat. Bis ins das 11. Jahrhundert waren die Päpste von den Kaisern des römisch - deutschen
Reiches abhängig, die häufig ihre Gefolgsleute als Bischöfe einsetzten. Im 11. Jahrhundert erstarkte in Westeuropa eine
Kirchenreform - Bewegung, deren Ziel es war, die Kirche und das Papsttum aus der weltlichen Bevormundung zu lösen. Die
Päpste wollten die Bischöfe selbst auswählen und über die Könige und Fürsten herrschen. Um diese Investitur der Bischöfe,
entbrannte bis zum Anfang des 12. Jahrhunderts ein jahrzehntelanger Kampf, der Investiturstreit. Sein Ergebnis war, daß der Einfluß der Könige auf die Bischöfe zurückging.
Von Anfang an trat Kaiser Friedrich I. Barbarossa allen päpstlichen Eingriffen in die Angelegenheiten des Reiches mit großer
Festigkeit entgegen. Er versuchte, die oberitalienischen, lombardischen Städte, die in den Kämpfen des Investiturstreites
selbständig geworden waren, wieder zu unterwerfen. So zog er zu Felde gegen Mailand, welches alle kaiserlichen Befehle
verachtete und durch seine Gewalttätigkeit viele Klagen veranlaßt hatte. 1158 war Mailand überwältigt, und unter dem Eindruck
dieses Sieges erkannte man dem Kaiser die Einsetzung aller Obrigkeiten als sein Recht zu. Doch Mailand wehrte sich, und
andere Städte schlossen sich dem wiederausbrechenden Aufstand an. 1162 wurde Mailand nach langer Belagerung bezwungen.
Nach einem glänzenden und siegreichen Feldzug gegen Rom verlor Friedrich I. 1167 sein Heer durch die Pest. Mit letzter
Anstrengung versuchte er jedoch 1176 nochmals, die lombardischen Städte zu unterwerfen, doch das kaiserliche Ritterheer erlitt
bei Legnano eine Niederlage. Damit mußte sich Kaiser Friedrich I. mit einer lockeren Anerkennung seiner Oberherrschaft
begnügen und auf das Recht verzichten, als Kaiser über das Papsttum zu entscheiden. Mit den lombardischen Städten wurde in
Venedig ein Waffenstillstand geschlossen und nach dessen Ablauf 1183 der Frieden zu Konstanz. Infolgedessen kam Friedrich I
. 1184 ohne Heer nach Italien und erfuhr freudige Aufnahme. 1186 wurde sein Sohn, Heinrich VI., in Mailand zum König gekrönt.
Im Jahre 1189 begab sich Friedrich I. mit einem Heer von 100.000 Mann auf den dritten Kreuzzug ins Heilige Land. Dabei fand er 1190 im Fluß Saleph in Kleinasien den Tod.
Friedrich I. hatte die hohe Idee vom Kaisertum, die er durch seine Regierung zu verwirklichen strebte. Seine Bemühungen um
eine starke Zentralgewalt im früheren deutschen Reich bedeutete einen ständigen Kampf gegen die Fürsten.
In jener Zeit errichtete man verstärkt Burgen und Pfalzen, die dem Kaiser als Stützpunkte im Kampf gegen die nach
Unabhängigkeit strebenden Fürsten dienten. Diesbezüglich wurde die günstige Lage des Kyffhäusergebirges frühzeitig erkannt.
So entstand bereits in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts am Fuße des Kyffhäusers die Pfalz Tilleda. Pfalzen bildeten im
Mittelalter die wirtschaftliche und politische Grundlage der zentralen Königsmacht. Auf dem nordöst-lichen, leicht zu
verteidigenden Bergsporn des Kyffhäusers wurde eigens für die Pfalz Tilleda eine Schutz- und Fluchtburg (später Reichsburg
Kyffhausen genannt) errichtet. Überlieferungen über diese Burg setzten erst 1118 ein, und zwar mit ihrer Zerstörung. Ihr
Wiederaufbau begann in der Mitte des 12. Jahrhunderts in der Regierungszeit Friedrichs I. Barbarossa. Es erfolgte der
vollständige Ausbau der dreiteiligen gewaltigen Burganlage (608 m x 60 m) zur damals größten und stärksten mittelalterlichen
Burg Deutschlands. Man nimmt an, daß Barbarossa in der mächtigen Reichsburg Kyffhausen verweilte. Dagegen ist sein Aufenthalt in der Pfalz Tilleda im Jahre 1174 urkundlich nachgewiesen.
1189 brach Friedrich I. zum dritten Kreuzzug ins Heilige Land auf, von dem er nicht zurück-kehrte. Er ertrank 1190 im Fluß Saleph in Kleinasien.
Kaiser Friedrich II., der Enkel Barbarossas, lebte von 1194 bis 1250. Der 1220 in Rom ge-krönte Kaiser hielt sich hauptsächlich
in Italien auf. Das führte zur Festigung der Macht der Fürsten. Mit seinem Tod im Jahre 1250 brach das staufische Reich
endgültig zusammen, und die Reichsgewalt verlor ihren Einfluß. Die feudale Zersplitterung begann und damit die Stärkung der Territorialgewalten.
Die Menschen im damaligen deutsch - römischen Reich wollten die Kunde vom Tod Friedrich II. jedoch nicht glauben. In den
nachfolgenden Wirren um die Herrschaft im süditalienischen Königreich und um den deutschen Kaisertitel wurde die Legende
geboren, Friedrich II. sei gar nicht gestorben, sondern lebe in geheimnisvoller Weise weiter, werde dereinst wiederkehren und
das Reich in neuer Größe aufrichten. Besonders im einfachen, geplagten Volke breitete sich mit dem Zerfall des deutschen
Reiches der Wunsch aus, der Kaiser möge wiederkommen und die alte Ordnung wiederherstellen. So entstand im 13.
Jahrhundert die Sage vom wiederkehrenden Kaiser, die die Sehnsucht und Hoffnung des Volkes nach einem friedlichen,
geeinten deutschen Reich, nach sozialer Gerechtigkeit und einer starken Zentralgewalt widerspiegelt.
Die Chronik des Eisenacher Stadtschreibers Johann Rothe aus dem Jahre 1421 bezeugt ausdrücklich, daß sich die Sage mit
dem Kyffhäuser zu verknüpfen begann. Nicht von ungefähr lokalisierte sie sich gerade dort, wo einstmals ein Zentrum der
feudalen Königsgewalt gewesen ist. Die Sage bezog sich zunächst auf Friedrich II. Sie wurde mit Beginn des 16. Jahrhunderts
auf Friedrich I. übertragen. Seitdem wird eindeutig Barbarossa mit der Sage in Verbindung gebracht. Man sprach schließlich nur noch von der "Barbarossasage".
Viele Dichter und Schriftsteller schmückten in den folgenden Jahrhunderten die Sage mit ihren Phantasien aus und trugen dazu
bei, daß die Legende im Volk wach blieb. Das wohl bekannteste Gedicht schrieb Friedrich Rückert 1817: "Der alte Barbarossa"...
Der Kyffhäuser
Das Kyffhäuserdenkmal
Majestätisch und weithin sichtbar erhebt sich das Kyffhäuserdenkmal auf dem 457 m hohen Kyffhäuserburgberg, der
zweithöchsten Erhebung des Kyffhäusergebirges und kündet vom einstigen Ruhm der alten Kaiser, die auf Kyffhausen Geschichte schrieben.
Es wurde im nordöstlichen Teil des Gebirges auf einem schmalen, fast ringsum steil abfallenden Bergsporn errichtet, auf dem
sich einst die mächtige Reichsburg Kyffhausen befand, eine der größten und stärksten deutschen Burganlagen des Mittelalters.
Besonders von Osten her betrachtet, hinterläßt der Kyffhäuserburgberg mit seinem Denkmal und den Ruinen einen machtvollen
Eindruck, da man den Zusammenhang mit dem übrigen Gebirge nicht wahrnimmt und der Meinung ist, einen einzelnstehenden, mächtigen Bergkegel vor sich zu sehen.
Der Begriff Kyffhäuser
Im Volksmund wird seit langem sowohl das gesamte Gebirge als auch der Burgberg mit den Ruinen der Reichsburg Kyffhausen
und dem Kyffhäuserdenkmal als Kyffhäuser bezeichnet. Vergegenwärtigen wir uns den Begriff Kyffhäuser etwas näher, kommen
wir zu verschiedenen Erklärungen seines Ursprungs. Unterschiedliche Schreibweisen erschweren eine exakte Deutung. Im Laufe
der Jahrhunderte treten solche Formen auf wie Cuf(f)ese, Cophese, Kufese, Kuf(f)hus(s)en, Kuffhese, Kiefhäuser, Kyf(f)husen,
Kiffhäuser u.ä.. Huse könnte das Grundwort sein für eine Baulichkeit, also ein Haus. In Kufhuse u.ä. Wendungen ist aber auch
die Wurzel des niederdeutschen Kuppe, Kopf enthalten. Danach ließe sich der Kyffhäuser als Haus auf der Kuppe eines Berges deuten.
Ein Vergleich mit dem althochdeutschen Cuppha = Kopfbedeckung läßt die Deutungsweise Hutträger (Wolkenhutträger) oder Hutberg zu. Dafür spricht eine noch heute bekannte Wetterregel.
Der Namensteil Kiff (Kyff) kann auch von Keifen = Streit, kriegerischer Streit abgeleitet werden, denn die Burg diente tatsächlich als Streithaus kriegerischen Zwecken.
Die ehemalige Reichsburg Kyffhausen
Die günstige Lage des leicht zu verteidigenden Burgberges mit den drei steilen Abhängen wurde früh erkannt. Urgeschichtliches
Fundmaterial weist auf eine früheisenzeitliche Siedlung seit 800 v. Chr. hin.
Im 10. Jahrhundert gehörte das Kyffhäusergebiet zum Krongut des deutschen Königs Heinrich I. (919-936), dem Begründer des
Deutschen Reiches. Zur Festigung seiner Kronmacht und für die Aufenthalte in seinem Königreich errichtete er Pfalzen und
Burgen. Am Fuße des Kyffhäusergebirges entstand in der 1. Hälfte des 10. Jahrhunderts die Pfalz Tilleda. Für sie wurde auf
dem schwer zugänglichen nordöstlichen Bergsporn des Kyffhäusers eine Schutz- und Fluchtburg errichtet. Historische
Vergleiche und die Zweckbestimmung der Anlage lassen den Schluß zu, daß die erste Burg in der 2. Hälfte des 11.
Jahrhunderts in der Regierungszeit Heinrichs IV. (1056-1106) entstanden sein dürfte. Urkundliche Überlieferungen über die
Kyffhäuserburg setzten erst 1118 mit der Eroberung und Zerstörung der Burg im Verlaufe der kriegerischen
Auseinandersetzungen zwischen König Heinrich V. und sächsisch-thüringisch Feudalherren unter Führung Lothars von
Supplinburg ein. Der Wiederaufbau der bis auf die Grundmauern zerstörten Burg begann sehr schnell. In der Regierungszeit des
Kaisers Friedrich I. Barbarossa (1152 bis 1190) erfolgte sowohl der vollständige Wiederaufbau als auch die Erweiterung der Burg
zu einer der ausgedehntesten deutschen Burganlagen im Hochmittelalter. Die Einteilung der gewaltigen 608 m langen und 60 m
breiten romanischen Höhenburg in Ober-, Mittel- und Unterburg ist heute noch zu erkennen. Die Interessen der königlichen
Macht wurden von Reichsministerialen wahrgenommen, denen die Aufsicht und Verwaltung der Reichsburg oblag. In alten
Überlieferungen ist von mehreren Burggrafen zu lesen. Der Tod Friedrich II. im Jahre 1250 leitete den Zusammenbruch des
Stauferreiches und damit den schnell fortschreitenden Niedergang der Zentralgewalt ein. Gleichzeitig erstarkten die
Territorialgewalten, so daß die Burg Kyffhausen im 14. Jahrhundert zum Spielball territorialer Machtkämpfe wurde. Sie verlor
nach nur hundertjähriger Blütezeit zunehmend an Bedeutung und wechselte mehrmals den Besitzer. Nach vorübergehender
Nutzung durch die Grafen von Rothenburg - Beichlingen ging die Burg im Jahre 1407 an die Grafen von Schwarzburg -
Rudolstadt über. Zu dieser Zeit war die Burg schon halb verfallen und man sprach vom wüsten Schloß Kyffhusen. Der weitere
Zerfall der Anlage konnte nicht mehr aufgehalten werden, die einst mächtige Reichsburg Kyffhausen verfiel bis zum Ende des 16. Jahrhunderts vollends zur Ruine.
Die Ruinen der ehemaligen Reichsburg Kyffhausen
Die drei Kyffhäuserburgen strahlten weithin Glanz, Anspruch und Würde mittelalterlicher Kaiser- und Fürstenmacht aus. Die
Burgruine ist durch ihr ehrwürdiges Alter und die einstige Größe, durch ihre Bedeutung in Sage und Geschichte eine der
hervorragendsten Anlagen, nicht allein in Thüringen, sondern in ganz Deutschland.
Dank umfangreicher Ausgrabungen auf dem Gelände der Ruinen der Kyffhäuserburgen kann den heutigen Besuchern der imposante Eindruck mittelalterlicher Baukunst vermittelt werden.
Die gewaltige romanische Anlage der Reichsburg Kyffhausen war in sich dreigeteilt.
Die Oberburg
Von der Oberburg ist infolge des Denkmalbaues nur etwa ein Drittel der Burganlagen erhalten geblieben. Der untere Teil der
Anlage, in dem sich einst die wichtigsten Gebäude der Burg befanden und der zugleich das Zentrum der gesamten Stauferburg
war, wurde durch den Bau des Denkmals völlig zerstört. Drei bedeutende Bauteile der Mittelalterlichen Burg sind aber heute noch zu besichtigen: ·
Unmittelbar an das Denkmal schließt sich das Erfurter Tor an , der Zugang zur Oberburg.
Das einfache romanische Kammertor ohne Zugbrücke ist in der
ursprünglichen Form erhalten und gehört zu den baugeschichtlichen Kostbarkeiten des Kyffhäusers. · Gegenüber dem Erfurter Tor befindet sich in nördlicher Richtung
der 176 m tiefe Burgbrunnen. Er ist der tiefste Brunnen, der je im Mittelalter in den Fels getrieben wurde. Selbst während langer Belagerungszeiten sicherte er die lebenswichtige
Wasserversorgung.
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